Wenn der Mond die Sonne verdeckt, werden wir kurzzeitig von den Lebens- notwendigen Strahlen und Wärme abgeschnitten.

Früher galt dies als Zorn oder auch Strafe der Götter.

Für kurze Momente sind auch wir aufgeklärte Menschen vom Geschehen ergriffen. Wir spüren etwas Grosses, bekommen eine Ahnung von einem überdimensionalen Lebens bedrohlichem Schatten, der uns tief an die dunkle Seite des Seins erinnert.

Was wären wir ohne Licht? Die Frage bezieht sich nicht nur auf das äussere, sonder auch auf unsere inneres Licht.

Die Sonnenfinsternis zum Neumond im Löwen ist ein Weckruf, uns mehr an unser kosmisches Sein zu erinnern.

Der Schatten, den wir wahrnehmen hängt während der Finsternis vom Ort auf der Erde des Betrachters ab.

Je nach Blickwinkel sehen wir mehr oder weniger von der dunklen Seite.

So ist es auch im Leben: Jede Wahrnehmung von Schatten ist ein ganz persönlicher Blickwinkel – und damit schwer diskutierbar.

Gerade die Sonne eines Menschen ist, solange sie dem Ego dient, sehr verführbar den Schatten im

Aussen, bei anderen zu sehen.

Aus Sicht des Universums gibt es keine Finsternis. Es nur eins: Eine immerwährende, wundervolle Symmetrie einer höheren Ordnung.

Sobald der Mond aus dem Auge des Betrachters weiterzieht und die Neumond- Sichel wieder in den Fokus kommt, lösen sich die Schatten im

Licht des fühlenden Selbst auf.

Wenn der Mensch mit seinen inneren Augen bereit ist das Leben in all seinen Facetten aus übergeordneter, kosmischer Sicht wahrzunehmen, hat er das Wesen des Schattens verstanden. Das persönlich Dunkle weicht dem überpersönlichem Blick. 

„ Wär nicht das Auge sonnenhaft,

die Sonne könnt es nie erblicken; 

Läg nicht in uns Gottes eigne Kraft, wie könnt uns Göttliches entzücken“

Goethe

Denken wir daran, wenn sich nach der Sonnenfinsternis unsere Augen wieder ganz frei öffnen.

Was wir wahrnehmen ist die unendliche Fülle des ewigen Lebens.

Ich wünsche uns allen eine Wunder- volle Wiederkehr des Lichts

Ingrid