Der Neumond im Wassermann möchte uns das Thema Freiheit so tief in die Seele legen, dass wir fühlen können, was Freiheit überhaupt ist.

Ja, was ist die viel gewünschte, sehnsüchtig erhoffte Freiheit?

Viele Menschen glauben, wenn etwas (oder jemand), was sie nicht mehr mögen, verschwindet, dann wären sie frei. Das mag sich für den Moment erleichternd anfühlen…… bis zur nächsten ungewollten Situation.

Ich glaube es war Wolfgang Döbereiner, der den Begriff „Entpolarisierung“ für das Prinzip Wassermann geprägt hat.

Wenn es zu einem Pol keinen Gegenpol gibt und wir aus der Einseitigkeit unserer Pläne, Wünsche und Bewertungen aussteigen, dann sind wir wirklich frei.

Alles ist dann möglich.

Dieser Weg klingt philosophisch gut, würde aber zum Beispiel bedeuten: ich kann irgendwo (oder bei jemandem) bleiben oder auch gehen. Ich kann ja oder auch nein zu einer Situation sagen. Egal ob ich sie gewollt habe oder nicht, es

macht für mich keinen Unterschied.

Vielleicht sind wir im Allgemeinen noch nicht so weit in unserer Entwicklung – wir leben nun mal in einem System von Zu- und Abneigungen.

Ein sehr wichtiger Schritt in diese Richtung ist uns auf jeden Fall möglich. Wir können uns vornehmen aus Allem das beste zu machen, auch aus dem zweitbesten.

Und noch etwas können wir tun: wir können üben, indem wir bewusst Erfahrungen ausserhalb der täglichen Routine machen. Sehr oft bemerken wir nicht, wie sehr wir unser Leben im „Autopilot“ leben.

Studien haben gezeigt, dass der Mensch sich im Laufe der Zeit immer weniger zutraut, je fester und enger seine Tage durchgeplant sind.

Die Neuroplastizität unseres Gehirns beruht auf dem Meistern von Unsicherheiten. Sobald wir Kleinigkeiten im täglichen Ablauf ändern, unbekannte Wege gehen, neue Kontakte knüpfen, uns etwas Unbekanntem widmen, wird unser Gehirn wach und beginnt zu lernen.

Es bilden sich neue neuronale Verbindungen.

Dies ist eine wundervolle Schulung für mehr Mut und Achtsamkeit. Das sind Grund- Vorraussetzungen für Freiheit und Neubeginn.

Sobald wir uns ohne Angst und Sorge einer Zukunft zuwenden, in der uns auch der unerwünschte Pol nicht zurück schrecken lässt, öffnet sich ein erster Spalt zu etwas Grösserem: der Einheit – dem Einsein. Und letztlich der Liebe zu allem, was ist.

Herzlichst

Ingrid